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Thema: Do it yourself Tip: elektrisch maskierbare Leinwand

  1. #1
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    Standard Do it yourself Tip: elektrisch maskierbare Leinwand

    Guten Abend liebe Leute,
    da ja nun wieder die Tage kommen, in denen ein jeder mehr Zeit in seinem Heimkino verbringt, habe ich einen Bastelvorschlag, den ich vor einiger Zeit in meinem Kino verwirklich habe, eine

    Elektrisch maskierbare Leinwand

    Sinn und Zweck dieses Teils ist folgender.
    Es gibt zwei verbreitete Bildformate, in denen die Filme auf einer DVD abgelegt sind (4:3 aussen vor).

    Dies ist einmal das Format 16:9 und das Widescreenformat 21:9.

    Jede anspruchsvolle Leinwand hat zur Erhöhung des empfundenen Kontrastes eine schwarze umlaufende Kaschierung, in die das Bild eingepasst wird. Dies funktioniert aber leider nur beim 16:9 Format.
    Bei 21:9 sind (je nach Proki) oben und unten immer noch mehr oder weniger graue Balken zu sehen, die das Kontrastempfinden stören.

    Hier setzt nun der folgende Workshop an.
    Am Ende steht eine Leinwand, deren Maskierungsformat von 16:9 bis 21:9 variabel und stufenlos elektrisch verstellbar ist.

    Kostenpunkt für die (meine) gesamte Leinwand waren ca. 140 Euro, so wie sehr viel Energie zum Trial and Error.

    Die professionelle Leinwandfolie mit einem GAIN von 1.2 habe ich seinerzeit als Meterware von unserem Forensponsor ProBeam gekauft.

    Alles andere an Material habe ich im Baumarkt, bei Conrad Elektronik oder auf dem Schrottplatz bekommen.

    Diese sind:

    Einen VW Scheibenwischermotor billg für 10 Euro aus 'nem Schrottauto.
    Vorteile, billig ,hat Kraft und läuft schön smooth.

    Einen konventionellen 60W Halogentrafo (weil das Teil die richtige
    Spannung hat und viel Strom liefern kann und ausserdem billig ist)
    Kostenpunkt rund 10 Euro bei Conrad.

    ein 2m langes 20mm Kupferrohr als Wickelwelle (Dachbodenfund vom Hausbau).
    Grüsse Doc Evil

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  2. #2
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    Jetzt aber ins Eingemachte.



    Am Anfang steht die sichtbare Leinwand.
    Diese habe ich aus einem simplen, stabilen Leistenrahmen gebaut, welchen ich mit Molton gegen Druchleuchtung und abschliessend mit der Leinwandfolie bespannt habe. Dies ist nicht besonders aufwändig, nur das faltenfreie aufziehen der Leinwandfolie ist nicht ganz unproblematisch. Ein guter Elektrotacker zum befestigen ist in jedem Fall angeraten.
    Damit ist der Grundstein schonmal gelegt.



    Dann habe ich als Monatgeebene zwei ca 30cm Breite und 16mm starke Spanplatte auf die Wand gedübelt. Auf dieser Fläche kann man sehr genau alle weiteren Teile platzieren und verschrauben.
    Mit Dübeln in der Wand wäre dies nicht möglich.
    Die Maße für die nötige Höhe der Spanplatten lässt sich übrigens recht leicht ausrechnen.

    Die Kürzel:Ph= Spanplattenhöhe, b1 gleich Breite bei 16:9, b2 gleich Breite bei 21:9, h1 gleich Höhe bei 16:9, h2 gleich Höhe bei 21:9.

    Die Formel ist dann: Ph= b1:h1+(b1:h1-b2:h2) (dabei beachten: Punkt vor Strichrechnung und Klammer vor allem anderen, dann gehts )
    Gehen wir also von einem 2m breiten Bild aus ergibt sich:
    Ph=2:1,125+(2:1,125-2:0,86)

    Ph wäre dann also 1,39m.

    Auf die so berechneten Montageplatten habe ich im 90° Winkel stehende Spanplattensteifen aufgeschraubt. Diese dienen zum einen der Befestigung der Leiwand wie auch als Montagerahmen für die Maskierung.

    Zur Verdeutlichung hier ein Bild.



    Stirnseitig auf die Plattenstreifen habe ich simple Kugelauszüge wie sie normalerweise für Schubladen genutzt werden aufgeschraubt. Auf diesen laufen dann die Maskierungsbretter welche vor die Leiwand gefahren werden können.

    (Die Maskierungsbretter sind übrigen halb so breit wie die Höhendifferenz zwischen dem 16:9 Bild und dem 21:9 Bild)

    Im Foto sind die Bretter bereits auf den Auszügen montiert.


    Weiter zum Antrieb:
    Um den Motor (M6 Gewinde)an das 20mm Kupferrohr anzuflanschen habe ich mir einen Wellenadapter gebaut.
    Dieser besteht aus einem ca 20mm breiten runden Gummipröppel mit Loch welcher gerade so in das Kupferrohr passt.
    Durch das Loch habe ich eine Schraube gesteckt. Vor und hinter dem Gummipröppel befindet sich je eine grosse Unterlegscheibe welche auch gerade so in das Rohr passen. Sinn und Zweck der Übung ist, daß man mittels einer Mutter, die man anzieht das Gummi verformen kann und sich das Gummi somit seitlich aus Scheiben herausdrückt.
    Da sich hier aber das Kupferrohr befindet wird die Schraube zentriert mit dem Kupferrohr verbunden(verpresst). Die Schraube sitzt somit zentrisch bombenfest im Kupferrohr.

    Noch schnell eine Kontermutter dagegen damit sich nicht von selbst löst.
    Dann eine lange Achsverbindermutter aufgesetzt und schon kann die Wickelachse mit dem Motor verbunden werden.

    Bild des Wickeladapters im Rohr:


    und des Motors:
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  3. #3
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    Als nächstes habe ich den Motor in der rechten oberen Ecke an der Montageplatte angeschraubt und die Welle angeflanscht.
    Auf der anderen Seite habe ich auch ebenfalls einen Wellenadapter verbastelt und diesen in einem Simplen Aluwinkel gelagert.
    an der Welle habe ich Nylonbänder in zwei gegenläufigen Wicklungen befestigt.
    Fährt die obere Maskierung herab, geht die untere auch im Gegenzug mit nach oben.

    Das ganze sieht montiert also so aus...



    Mit den gegenläufigen Wicklungen erreicht man, daß die Maskierungsbretter immer symmertrisch zueinander öffnen und schliessen.
    Leider ist das Bild nicht immer ganz zentriert auf der DVD aufgezeichnet.
    Hier mache ich mir den internen Scaler meines Amisos DVD Players zu nutze, mit dem ich bequem das Bild verschieben kann.

    Das ganze mit Welle und den auf den Auszügen montierten Maskierungsbrettern, sieht dann wie folgt aus.


    Ich habe die Maskierungsbretter mit schwarzem Molton bespannt um grösstmöglich Lichtabsorption zu erreichen.
    Grüsse Doc Evil

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  4. #4
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    Nun muss das ganze ja irgendwie zum Leben erweckt werden. Versorgt wird das ganze, wie schon gesagt, von einem konventionellen Halogentrafo, der einfach nur eine dicken Brückengleichrichter nachgeschaltet bekommt (Achtung keinen Elektroniktrafo nutzen, da dieser eine hochfrequente Wechsespannung ausgibt!!!).

    Einfache Gemüter könnten nun über einen simplen Wippentaste,r der die Spannung für den Motor umpolt, die Leinwandmaskierung auf und zu fahren.

    Da ich die Maskierung aber per Infrarot mit meiner Pronto Fernbedienung vom Sitzplatz aus steuern wollte, wurde das ganze ein wenig umfangreicher...

    Das dafür nötige Steuerinterface hat sich ein Kinokumpel ausgedacht.
    Um das ganze zu realisieren sollte man sich aber schon ein wenig mit Elektronik auskennen und zumindest wissen auf welcher Seite der Lötkolben heiß wird

    Hier der Link mit der Beschreibung des Projekts.
    http://www.bitmonster.com/ir/index.html

    das Interface steuert über zwei getrennte IR Codes ein Motorumpolrelais, welches dann Die Spannung an den Motor anlegt.

    Fertig sieht das ganz dann so aus:


    Ich habe alles auf einer Lochrasterplatine zusammengefasst.
    Im Vordergrund Sicherung und der Brückengleichrichter. In der Mitte die zwei Hochstromrelais, welche ich als Motorumpolrelais benutze und auf der kleinen Platine oben sitzt die Steuerlogik für das ganze, welche die ankommende IR Signale auf 8 Relaisausgänge ausgibt.
    Grüsse Doc Evil

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  5. #5
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    Nachdem nun alles soweit läuft, die Leinwand eingebaut ist und geprüft wurde das nichts schleift oder schwergängig ist habe ich nur noch die Technik/Mechanik mit 10mm starken Spanplatten verkleidet, die mit Molton bespannt sind und simpel von vorne aufgeschraubt wurden (Tip, phosphatierte Trockenbauschrauben sieht man kaum auf dem schwarzen Molton!)

    Ein Zwischenstadium ist dies:


    und ganz fertig siehts dann so aus:
    Grüsse Doc Evil

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  6. #6
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    Das Ganze Projekt ausser der IR Schaltstufe dürfe an einem Wochende zu schaffen sein. Leider gibt es solche Lösungen nicht von der Stange und eine gehörige Portion Bastelfreude gehört schon dazu.
    Die Belohnung ist allerdings ein Bild was wirklich gewinnt.
    Ohne die variable Maskierung hätte ich meinen Z1 sicher schon viel eher ausgemustert, da das Restlicht auf der Leinwand doch dazu führt, daß die Balken eher grau als schwarz wirken. Der Zugewinn an Kontrast ist gigantisch und das Bild wirkt duch den "schwarzes Loch Effekt" sehr plastisch.
    Wer also Spaß an handwerklichen Tätigkeiten hat, kann so sein Kino für recht wenig Geld gehörig aufmotzen. Und die Maskierung per FB ist zu dem auch noch eine Show für alle Zuschauer.

    Fragen, natürlich wie immer gerne an mich.

    Dafür gibts hier den passenden Supportthread.
    Grüsse Doc Evil

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