Die Leinwand

Vorweg, die Leinwand war das Teil was am meisten Aufwand gemacht hat (Recherchieren, Testberichte, evtl. Selbstbau, Materialien bestellen und und und..). Doch ich muss sagen das mich das Resultat voll und ganz überzeugt.

Die Bildqualität ist im Gegensatz zur vorher eingesetzten oldschool-Dialeinwand (1:1 mit GAIN 50 oder so ^^) um Welten Besser, außerdem gefällt der Optische Auftritt.

Dies soll eine Art Workshop sein für alle die sich mit dem Thema selbstbau leinwand beschäftigen. Die Leinwand hat keine variable maskierung (evtl später)


Materialien / Kosten

Holz – Baumarkt 15€
Bühnenmolton + Operafolie von Gerriets – 120€ inkl. gerolltem Versand (insgesamt 25€)
D-C-Fix - HobbyPhoto.de ca. 30€
Holzleim Fix (Bomberhart nach 2Stunden) – 5€

Gesamtkosten ca. 180€


Werkzeug:

Douglasienfräse
Winkelspanner
Kappsäge
Elektrotacker
Schraubstöcke (xxl )


Die Unterkonstruktion:

Zuerst wurde die Wand vermessen und mit dem Entfernungsrechner von Sanyo die größe kontrolliert. Dann noch kurz die Sitzabstandsformel angewendet, soweit so gut. Doch wie fängt man jetzt an ?

Das Holz wird gemessen und mit der Kappsäge auf Gärung geschnitten.




Wer sich fragt was eine Douglasienfräse ist, keine Panik, ich kannte das Teil vorher auch nicht . Mit einer Douglasienfräse kann man aussparungen in Holz o.ä Materialen schneiden. Das Teil sieht in etwa so aus:



Mit der Douglasienfräse habe ich die Löcher in die Gärungskanten geschnitten um diese später mit Fischen (später erklärt) zu verleimen. Das ganze sieht am ende dann so aus:




Nachdem alle Gärungskanten angefräst waren ging es an das verleimen. Jetz kommen die so genanten Fische ins Spiel. Fische sind kleine Holzplättchen die beim verleimen in die gefrästen Schlitze kommen und die Konstruktion verstärken.




Wenn ihr 2 Hölzer verleimt legt euch auf jeden Fall etwas unter, damit ihr den Boden nicht verschmutzt, kann nämlich ne ganz schöne sauerei werden wenn man zu viel Kleber nimmt .
Legt euch die 2 Hölzer zurecht und schmiert eine der Kanten richtig mit Leim ein, füllt auch den kompletten (!) Schlitz der zuvor gefräst wurde mit Leim aus. Jetzt presst ihr den Fisch in den Schlitz. Bedeckt den Fisch komplett mit Holzleim und schnappt euch das andere Stück Holz. Jetzt füllt ihr bei diesem nur den Schlitz mit Leim aus. Presst die Hölzer zusammen.

Um jetzt den rechten Winkel nicht zu versauen gibt es Winkelspanner die euch dabei helfen das geleimte Holz unter druck im rechten Winkel zu halten. Wer meint es geht auch ohne brauch diese nicht, ich habe sie mir zur Sicherheit jedoch besorgt.




Das ganze macht ihr 2x, is ja logisch. Nach ca 3 Stunden kann man das Material nun weiterverarbeiten, ich habe es jedoch über Nacht richtig trocknen bzw aushärten lassen.

Jetzt kommt das ganze Spielchen noch mal, diesmal leimt ihr jedoch den Rahmen (die 2 vorgefertigten Teile) zusammen.

Der Rahmen sollte jetzt stabil genug sein um ihn aufzuhängen, würdet ihr nun ein Tuch aufspannen würde die gefahr jedoch bestehen bleiben, dass der Rahemn sich verziehen oder gar brechen könnte. Deshalb habe ich den Rahmen noch mit Querverstrebungen verstärkt. Das könnt ihr machen wir Ihr wollt, hauptsache es hält und der Rahmen bleibt gerade.

Fertig ist der Rahmen, war doch gar nicht so schwer oder ? 




Nachdem der UPS Mann mir die restlichen Materialen vorbei gebracht hatte ging es direkt weiter. Bevor wir jedoch den Molton und die Operafolie aufziehen solltet ihr euch die Bohrungen für die Rahmenleinwand machen.

Ich habe einfach 4 Winkel in die Wand geschraubt und die Leinwand draufgestellt. Ich kann Sie jetzt jederzeit abnehmen, ist jedoch nicht so sicher, da Sie quasi nur frei in der Luft steht, dies wird jedoch noch geändert. Die Bohrungen müsst ihr ja ggf. selbst den Umständen entsprechend anpassen.


Molton und Operafolie aufziehen:



Als erstes Packt ihr den Molton aus und rollt ihn aus. Je nachdem wieviel ihr bestellt habt müsst ihr diesen noch zurecht schneiden.

Legt also den Molton aus und Legt das Gerüst der Leinwand darüber. Es sollte nach hinten umschlagbar sein und ca. 3cm Luft sein um die Tackernadeln zu befestigen. Ihr klappt also das Molton nach hinten um und zieht es Straff, dann Festtackern. Achtet darauf das das Tuch straff gespannt ist wenn ihr es festtackert.

Tipp: Lieber eine Tackernadel zu viel als zu wenig!

Am ende sollte das ganze in etwa so aussehen:




Macht als nächstes den Boden sauber, es sollte kein Schmutz oder irgendwelchen scharfen gegenstände (Tackernadeln!) rumliegen. Zur Sicherheit habe ich den Raum mit Plastikfolie ausgelegt. Jetzt legt ihr die Operafolie aus bzw. rollt Sie ab. Achtet darauf das Sie nicht knickt und keine Falten wirft.

Jetzt kommt das gleiche spiel wie bei dem Molten, straff ziehen und Fest tackern. Sollte jemand in der Nähe sein der euch beim halten behilflich sein kann ist diese Person natürlich immer willkommen, es geht aber auch alleine.




D-C-Fix anbringen:

Warum ein schwarzer Rahmen mit D-C-Fix ?
Der schwarze Rahmen der Leinwand hebt diese optisch hervor und bringt eine sichtbare Verbesserung des Bildkontrastes.

Außerdem sieht es einfach besser aus


Entnehmt eurer Planung wie viel Rand ihr mit dem D-C-Fix bekleben wollt und schneidet es dementsprechend zurecht. Ich habe mich für 5,5 cm sichtbaren Rand entschieden. Die gesamtbreite der Klebebahnen betrug 10cm (5,5 sichtbar + 4,5 Holztiefe) um die komplette sichtbare Außenwand der Leinwand schwarz zu haben.



Das anbringen des Velours überlasse ich jedem selbst, meinte Technik war nicht die beste…
Nach einigen versuchen hing jedoch alles am Rahmen und die Leinwand schien vollkommen.




Ich finde das Resultat kann sich sehen lassen bzw Ich bin zufrienden mit dem was ich geleistet habe

Meine Leinwand hat eine Breite von 2 Metern (-10 cm Rand), wobei ich ca 3 - 4 Meter weit entfernt sitzen werde.

Summa summarum bekommt ihr für knapp 150€ und ein wenig Aufwand eine Leinwand mit einer sehr guten Bildqualität und müsst euch nicht mit wellenden oder teuren Rolloleinwänden abplagen.

Ich hoffe dieser Beitrag hat allen Heimkinofreunden da draussen geholfen

Achja, am Ende sah es bei mir so aus:



So long, Chris

Für Fragen gibt's
hier den Supportthread zum Thema.